» zur Übersicht Coburg Land
erschienen am 15.12.2011 00:00 Uhr
zuletzt bearbeitet 29.12.2011 06:04 Uhr

 
Frech, fränkisch, frivol
Von Mathias H. Walther
Sie nennen sich "Die lustigen Weiber" und sind wohl die witzigsten Putzfrauen Frankens. Ihr derber Charme bezaubert Jung und Alt.
Bild:
Text: Ein Klassiker, der die Zuschauer Tränen lachen lässt, ist der Sketch "Das Bett". Renate Kissinger (links) spielt den Ehemann Hugo, der von seiner Frau Erna (Karin Röder) zu mehr Aktivität animiert wird. Fotos: Mathias H. Walther

Weitramsdorf - "Wir sind so schön, wir sind so schmuck, wir sind die Putzis von der HUK". Renate Kissinger aus Schlettach und Karin Röder aus Coburg-Neuses haben das zehn Jahre lang auf Bühnen, in Gaststätten und in Wohnzimmern als Visitenkarte zum Besten gegeben. Und schon beim ersten Ton schallendes Gelächter geerntet. Nicht etwa, weil es lachhaft wäre, Putzfrau, pardon - Raumpflegerin, zu sein. Nein, es ist das Gesamtkunstwerk, das die beiden Staubsauger-Pilotinnen (Originalton Röder) unter dem Namen "Die lustigen Weiber" präsentieren. Die Schlettacherin ist zwischenzeitlich in Rente. Mit ihrer Kollegin und Freundin Karin tritt sie aber nach wie vor auf.

Begonnen hat ihre Karriere übrigens auch bei dem Versicherungsunternehmen. Karin Röder erinnert sich: "Es war zu meinem 50. Geburtstag. Da haben ein paar Kolleginnen Sketche aufgeführt. Wir haben gebrüllt vor Lachen." Wenig später stellten Renate Kissinger und sie fest, dass zwischen ihnen nicht nur die Chemie stimmt; sie harmonieren auch in Sachen Sprachwitz und Darstellungskomik. So kam es, dass vor zehn Jahren die Geburtsstunde der lustigen Weiber kam. Inzwischen wird auch schon versucht, sie zu kopieren. Was freilich nicht so recht klappen will. "Wir sind halt Originale", sagen sie unisono. Aber ein wenig stolz macht es sie schon, dass man es versucht.

Die beiden gut gebauten Damen gelten inzwischen als Tipp für Familien- oder Betriebsfeste. Und dabei geben sie sich nicht gerade zartbesaitet - aber mit feinem Gespür für Humor. Den bringen sie fränkisch derb rüber, treffen ihr Publikum mitten ins Herz - selbst wenn das manchmal unter der Gürtellinie zu schlagen scheint. Renate Kissinger und Karin Röder ist eben nichts Menschliches fremd. Die kleinen Schwächen spießen sie treffsicher auf, betrachten sich dabei aber auch selbst mit einem Augenzwinkern. Etwa wenn sie als "Die Jungfrauen" Pleiten, Pech und Pannen der Suche nach einem Mann vor dem Publikum offenlegen: "Da hab' ich im Internet einen Maurer angebaggert. Sagt der doch zu mir: Ich mache zwar Altbausanierungen, aber bei dir ist das zu viel Arbeit."

Ans Knie gefasst

"Ich komm halt a weng derb", sagt Kissinger und betont: "Ich hab da keine Hemmungen." Und dann lacht die 63-Jährige und erzählt von einem Auftritt im Kongresshaus Rosengarten, bei dem sie spontan Coburgs Oberbürgermeister Norbert Kastner "verführt" hat. "Mir ist bei dem Sketch ,Damenwahl' der Straps gerissen", berichtet sie, und Karin Röder fragt dazwischen: "Wissen Sie denn noch, was ein Straps ist?" Zurück zum Kongresshaus: "Ich habe dann in den Saal gerufen, dass ich doch da hinten den Coburger Oberindianer gesehen habe. Der solle mir mal helfen." Kastner ließ sich nicht lange bitten, kam auf die Bühne und war behilflich. So kommt's, dass Renate Kissinger von sich sagen kann, der Coburger OB habe sie schon mal oberhalb des Knies berührt.

Überhaupt legen die beiden lustigen Weiber bei ihren Auftritten Wert darauf, das Publikum einzubinden. Werden sie für Hochzeiten oder Geburtstage engagiert, lassen sie sich vorher ein paar Stichworte zu den Hauptpersonen geben. Die werden dann spontan in die bestehenden Sketche eingearbeitet. Spontan? Klar. Denn Renate Kissinger, die sehr zur Freude ihrer Fans oft auch den "typischen fränkischen Mann" gibt, und Partnerin Karin Röder proben schon lange nicht mehr. In den zehn Jahren, die sie gemeinsam auf Firmenfeiern, Geburtstagen, Jubiläen, Hochzeiten oder etwa dem Coburger Seniorenfasching tingeln, haben sie sich ein Repertoire von sieben Sketchen draufgeschafft. Dieses Sieben-Gänge-Menü wird dann variiert. Es reicht allemal, denn pro Engagement geben die beiden fidelen Sechziger immer drei davon zum Besten.

Was übrigens völlig reicht. Denn bei den lustigen Weibern von Schlettach und Coburg sind es auch die Kostümierung und die Mimik, die die Lachmuskeln strapazieren. Bei ihren Auftritten haben sie meist noch kein einziges Wort gesagt, wenn schon die ersten glucksenden Lacher zu hören sind. Und der Saal tobt, wenn die beiden Putzfrauen erst richtig loslegen.

Apropos Putzfrauen: "Ich hab' mich kürzlich beim Herrn Pfarrer beworben. Beim Vorstellungsgespräch sehe ich da einen Spruch an der Wand: Der Herr kommt stündlich. Da hab' ich abgelehnt." Sagt Renate Kissinger - und ihr Mann, der die ganze Zeit still am Wohnzimmertisch saß, lacht schallend.

Kontakt

"Die lustigen Weiber" aus Coburg und Schlettach kann jedermann für Familienfeste ebenso wie für Firmenfeiern engagieren. Dazu brauchen die beiden - neben dem Auftrag - lediglich ein paar
Informationen zum Jubilar, seinem Hobby oder zum Anlass des Fests. Schon wird das Programm des

Duos in abgewandelter Form
präsentiert. Sieben Sketche haben die Komödiantinnen immer parat. Weitere Informationen und
Buchung über Renate Kissinger unter der Telefonnummer 09561/39 416.


Bild:
Text: Treten seit zehn Jahren als "Die lustigen Weiber" auf: Renate Kissinger (links) und Karin Röder.
 
 
Bookmark bei: Facebook Bookmark bei: Myspace mit Twitter versenden Bookmark bei: StudiVZ Bookmark bei: Google